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Ägypten: Mohammed Hegazy in Angst um seine Kinder - 26.07.2010

Seit drei Jahren - dem 2. August 2007 – kämpft Mohammed Ahmed Hegazy als erster Ägypter gerichtlich für die offizielle Anerkennung seines Religionswechsels vom Islam zum Christentum. Der 27-jährige Journalist hatte beantragt, dass in seinen Ausweisen der Religionseintrag "Muslim" in "Christ" geändert werden möge. Doch nun hat Hegazy Angst um seiner Kinder.
Der Wechsel vom Islam zu einer Religion ist in Ägypten per Scharia verboten. Hegazys Versuch, einen Präzedenzfall zu schaffen, hat nicht nur international Aufmerksamkeit erregt. Der Einfluss islamistischer Fundamentalisten in der Gesellschaft ist sehr hoch. Nach Hegazy haben auch andere Christen muslimischer Herkunft die Änderung des Religionseintrages angestrengt. Die meisten mussten danach untertauchen.
Vor einigen Monaten wurde der Prozess abermals unterbrochen. Die Verzögerungstaktik des Gerichtes sei frustrierend und gefährde das Wohl seiner Kinder, beklagte Hegazy gegenüber dem Informationsdienst Compass Direct. Sie seien nun weiterhin zur Führung eines Doppellebens gezwungen. Seit drei Jahren lebt der Ägypter mit seiner Frau Katarina, welche ebenfalls vom konvertierte Christin ist, und den beiden Kindern (2 Jahre bzw. drei Monate alt) versteckt im Untergrund.
"Ich will nicht, dass meine Kinder durch die gleiche Verfolgung gehen müssen wie ich", sagt Hegazy. Seit er im Alter von nur 16 Jahren Christ wurde, stellte ihm der Staatssicherheitsdienst (SSI) nach. Als vom Islam "Abgefallener" wurde er von SST-Beamten verhaftet und gefoltert. Extremisten verübten auf ihn Mordanschläge, zündeten sein Haus an und seine eigene Familie wollte ihn umbringen. Während des Prozesses erhielten einige seiner Anwälte Morddrohungen, wurden verklagt oder verhaftet. Öffentlich forderten auch Vertreter staatlicher Institutionen seinen Tod. Religionsgelehrte der einflussreichen Al Azhar-Universität in Kairo erklärten, Abtrünnige vom Islam zu töten sei legal.


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