Pakistan: Moslems ermorden Pastor und dessen Bruder - 22.07.2010
In der ostpakistanischen Großstadt Faisalabad haben am 19 Juli mutmaßliche islamistische Extremisten Selbstjustiz verübt.
Der 32-jährige Pastor Rashid Emmanuel soll über Mohammed beleidigende Aussagen getätigt haben. Beweise gibt es - wie
häufig bei Blasphemievorwürfen in Pakistan - keine.
Der Pastor und sein Bruder waren zunächst
wegen Blasphemie angeklagt. Zur Festnahme kam es, als Rashid Emmanuel am 1. Juli von einem unbekannten Anrufer zum Bahnhof bestellt wurde. Dort umringten ihn Polizisten und konfrontierten ihn mit diversen Dokumenten mit Islam lästerlichen Äußerungen. Mit Demonstrationen hatten aufgebrachte Muslime in den vergangenen Tagen dafür die Todesstrafe gefordert. Zwischen 500 bis 1.600 Demonstranten zogen am 10. und 11. Juli in das überwiegend von Christen bewohnte Viertel Dawood Nagar. Dabei skandierte der Moslemmob: "Hängt die Lästerer auf" und verspotteten den christlichen Glauben. Das Hauptportal der katholischen Kirche wurde mit Steinen beworfen. Via Lautsprecher einer Moschee riefen Extremisten dazu auf, die Häuser von Christen niederzubrennen.
Schließlich wurden der Pastor und dessen Bruder, welche seit zwei Jahren den christlichen Dienst "United Ministries Pakistan" geleitet hatten, von Moslems ermordet.
Augenzeugen berichteten, dass fünf maskierte Männer das Feuer auf Pastor Rashid Emmanuel und seinen 30-jährigen Bruder Sajid eröffnet, als die Christen unter Polizeiaufsicht vom Bezirksgericht Faisalabad zum Gefängnis zurückgeführt wurden.
Die Nachricht vom Tod des Pastors und seines Bruders löste weitere Ausschreitungen gegen Christen aus. Die Situation ist derzeit sehr angespannt.
Quelle: Compass Direct