Solidarität


"Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm. Ihr aber seid der Leib Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm."(1 Kor 12,25-27)


Seit über 25 Jahren versucht der ökumenische Verein CSI-Österreich (Christliche Solidarität International) mit oftmals großem Erfolg dieser Bibelstelle durch konsequenten solidarischen Einsatz für verfolgte Christen aller Erdteile gerecht zu werden.
Dieser Einsatz kommt im Aufzeigen von Christenverfolgungen in der Öffentlichkeit und in der Hilfeleistung gegenüber verfolgten Christen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zum Ausdruck: mit Appellen und Petitionen, der Gründung und Betreuung von lokalen Gruppen, der Kooperation mit engagierten lokalen Aktivgruppen sowie der Kooperation mit humanitären und kirchlichen Organisationen, mit Protestmärschen, Mahnwachen und mit Gebeten. Auch findet traditionell zu Ostern ein Schweigemarsch gegen Christenverfolgung statt.
CSI wird insbesondere in jenen Fällen aktiv, in denen ein Christ aufgrund seiner religiösen Überzeugung oder aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer christlichen Minderheit - ohne selbst Gewalt auszuüben oder zu propagieren - inhaftiert bzw. physischen Beschränkungen unterworfen wird. Die Arbeit von CSI versteht sich aber auch als präventiv, d.h. sie versucht, auf die Gefährdung der Religionsfreiheit oder -gemeinschaft hinzuweisen und vorbeugende Maßnahmen zu setzen.
Durch den gemeinsamen Einsatz für unterdrückte und benachteiligte Menschen verschiedener Konfessionen entsteht eine geistliche Verbundenheit im Namen Jesu Christi. Das interkonfessionelle Element zählt zu den wesentlichen Charakteristika von CSI. Mit der Einbeziehung aller christlicher Kirchen und dem bewussten Verzicht auf unbegründete konfessionelle Bevorzugungen steht CSI ganz im Zeichen der ökumenischen Solidarität. Ebenso vermeidet CSI sämtliche dogmatischen Punkte, die unter verschiedenen Konfessionen als kontrovers betrachtet werden können. Das ökumenische Miteinander lässt so die Unterschiede zwischen den Konfessionen in den Hintergrund treten.
"Wenn man in einem überschaubaren Rahmen erlebt hat, was eigentlich christliche Geschwisterlichkeit ist, dann sieht man auch in den Christen in anderen Gemeinden Brüder und Schwestern, die man im Leid nicht allein lassen darf. Wir haben ihnen für ihr Zeugnis zu danken", betont DDr. Paul Weß, Vorstandsmitglied von CSI-Österreich.

Auch sind die Planung und Durchführung gemeinsamer Aktionen mit anderen Menschenrechtsorganisationen wesentliches Merkmal der Arbeit von CSI geworden. Eine derartige Gemeinschaftsaktion von CSI-Österreich ist "Die Kerze der Hoffnung", die der Verein mit der österreichischen Sektion von Amnesty International (ai) durchführt. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Pfarren im In- und Ausland machen beide Organisationen in Kirchen auf das Leid von Menschen aufmerksam, die wegen ihrer religiösen oder politischen Überzeugung, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihres Geschlechts diskriminiert, gefangen gehalten, gefoltert oder getötet werden. Neben dem Aufstellen der Kerzen in Kirchen und dem gemeinsamen Gebet sollen mit der "Kerze der Hoffnung" auch Protestbriefe gesammelt werden.

Mag. Werner Frühwirth, Generalsekretär von CSI-Österreich, sieht im regelmäßigen Gebet einen unverzichtbaren Bestandteil seiner Arbeit. "Das gemeinschaftliche Gebet, auch über die Konfessionsgrenzen hinaus, getreu nach dem Auftrag vom Hebräerbrief 13,3 ("Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib"), bildet das Fundament von CSI. So erhalten wir immer wieder Dankesbriefe von inhaftierten Christen, in denen sie berichten, wie sie durch dieses gemeinschaftliche Gebet durch diese schwierige Zeit getragen wurden. Das Gebet gilt jedoch nicht nur den Verfolgten, sondern auch den Unterdrückern, denn wir wollen sie nicht verdammen, sondern ihnen Vergebung durch Jesus Christus zusprechen."

Generell will CSI mit dem Aufzeigen von Christenverfolgungen den christlichen Glauben stärken. "Beispiele des gelebten Glaubens können einzelne Menschen aus der eigenen Glaubenskrise herausholen und deren oft engen, kleingläubigen Horizont erweitern", ist die Autorin von "CSI - gelebtes Christsein: Engagement für Menschenrechte" und langjährige CSI-Mitarbeiterin Barbara C. Steinrück überzeugt. (siehe Barbara C. Steinrück: "CSI - gelebtes Christsein: Engagement für Menschenrechte", S.7)

Pater Jakob Förg MSC, Gründungs- und Vorstandsmitglied von CSI-Österreich, begründet seine Motivation für Menschenrechte und gelebte christliche Solidarität schließlich so: "Mehr noch als wir im Westen, die wir an die Selbstverständlichkeit der Glaubensfreiheit gewöhnt sind, wünschen sich die unterdrückten Christen, in Frieden und Freiheit den Glauben zu leben. Und mehr, als ich durch meinen Einsatz für sie zu geben vermag, wird mir durch sie geschenkt."


Ostergrüße 2006 zum downloaden!


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Woche 34: Imam ruft zu Dschihad auf – 11 verletzte Christen

Am 13. August rief der Imam des ägyptischen Dorfes Shimi, Sheikh Tobah, zum Djihad gegen die ortsansässigen Christen auf. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen wurden Christen angegriffen. Elf Kopten mussten ins Krankenhaus gebracht werden. Viele koptische Jugendliche wurden verhaftet. ...
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